Spiele rund ums Thema Bücher, Lesen, Schreiben, Sprache

Bücherfangen
Funktioniert wie das althergebrachte Fangen: einer muss aus der Gruppe Flüchtender jemanden fangen. Wer gerade dabei ist, gefangen zu werden, kann sich frei kaufen, indem er einen Buchtitel nennt. Dann muss der Fänger weiter auf die Jagd gehen, bis er jemanden erwischt, der bei Berührung nicht sofort einen Buchtitel nennen kann. Dann ist dieser dran usw. Einfach, gut für draußen und zum Auspowern!

Galgenmännchen
Ein ganz einfaches Spiel, das man an einen gemeinsam von allen gelesenen Text anknüpfen kann:

Jedes Kind merkt sich aus dem eben Gelesenen ein bestimmtes Wort, z.B. jeder merkt sich ein Verb (Tu-Wort) oder ein Hauptwort, sagt aber nicht laut, welches Wort es sich ausgesucht hat.

Nacheinander kommt jedes Kind dran, um sein Wort erraten zu lassen.
Es wird für jeden Buchstaben ein Unterstrich an die Tafel gemacht, so dass die anderen sehen, wie viele Buchstaben das Wort hat. Nun dürfen alle Ratenden dem Kind an der Tafel Buchstaben zurufen. Kommt der Buchstabe in dem Wort vor, wird er auf dem entsprechenden Strich eingetragen (ggf. auch mehrmals!). Kommt er nicht in dem Wort vor, wird dem Galgenmännchen jeweils ein weiterer Strich hinzugefügt …
Das Rätsel darf natürlich jederzeit auch komplett aufgelöst werden, wenn ein Kind die Lösung weiß.

Playbacktheater
Es wird eine Geschichte mit möglichst vielen Personen oder Gegenständen oder beidem ausgewählt. Besonders gut eignen sich dafür Märchen wie „Frau Holle“ oder „Hans im Glück“. Nun bekommen alle Mitspieler in der Gruppe eine oder mehrere Rollen aus der Geschichte zugewiesen, z.B. bei „Frau Holle“: die gute Tochter, die böse Tochter, die Mutter, der Baum, Frau Holle, das Tor, der Hahn, der Brunnen, der Ofen, die Brote, die Kissen der Frau Holle …
Alle Mitspieler stellen oder setzen sich am besten in einen nicht zu engen Kreis. Die Spielleitung liest das Märchen nun vor. Sobald eine der Rollen im Text genannt wird, muss die entsprechende Person aufstehen, in den Kreis treten und die Person oder den Gegenstand (z.B. Ofen, Brunnen) pantomimisch darstellen. Dabei sollen die verschiedenen Beteiligten natürlich so zusammen agieren, wie es in der Geschichte erzählt wird. Lustig!!!

Aktivgeschichte
Bei diesem Spiel sitzen sich alle Mitspieler in zwei Mannschaften eingeteilt gegenüber. An der Stirnseite zwischen den beiden Mannschaften befindet sich eine Art „Buzzer“ (gibt es nur im Fernsehen, man könnte einfach z.B. eine Glocke auf einem Tisch placieren, oder, ganz einfache Form: der Mitspieler, der vorn sitzt, soll vom Stuhl aufspringen). Die Spielleitung liest einen Text vor, das kann eine Geschichte oder auch ein Sachtext sein. Es wird vorher vereinbart, welche Wörter eine Reaktion bei den Mitspielern auslösen sollen. Kommt ein solches Wort gerade im Text vor, geht es darum, welche Mannschaft zuerst den „Buzzer“ erreicht. Damit jeder mal vorn sitzt, wird nach jedem errungenen Punkt innerhalb der Mannschaft rotiert, das heißt, wer eben vorn saß, geht ans Ende der Stuhlreihe, die anderen rücken jeweils einen Platz nach vorn auf.

Variante: Fehlergeschichte. es werden Fehler in den Text eingebaut, wer den Fehler als erstes erkennt und Laut gibt (Möglichkeiten s.o.), bekommt den Punkt. Action!!!

Anhang:
Texte für eine Aktivgeschichte

1. Fehler erkennen

Idee:
In dieser Geschichte sind viele Fehler versteckt (hier kursiv gedruckt). Wer einen entdeckt, springt auf oder läuft zum Buzzer, je nachdem, welche räumlichen Möglichkeiten man hat. „Weit weg von hier im Wilden Westen leben die Cowboys Piff, Paff und Puff. Sie sind weit und breit bekannt, weil sie gut reiten, sehr gut Rinder jagen und einfangen können, aber auch weil sie gute Goldgräber sind. Sie wissen genau, wo man im Wilden Westen viel Gold findet.
Piff, Paff und Puff sind immer unterwegs. Sie reiten auf ihren Kamelen von einer Stadt zur anderen. Dort kaufen sie mit ihrem Gold Lebensmittel, neue Pferde und viele andere Dinge ein. Heute sind sie schon sehr früh auf dem Weg nach Klappertown. Es ist eine kleine Stadt hinter den Bergen. Hier ist es noch ganz ruhig und Piff, Paff und Puff schwimmen die staubige Straße entlang. Ein kräftiger Wind weht und wirbelt den gelben Schnee auf. Piff, Paff und Puff ziehen ihre Kapuzen tief ins Gesicht. Hier und da klappert eine Holztür oder knarrt ein Scheunentor. Langsam geht der Mond hinter den Bergen auf und es wird immer heller. Piff, Paff und Puff sind von dem anstrengenden Ritt sehr müde und deshalb machen sie eine Rast. Sie steigen von ihren Elefanten und legen sich unter einen großen Baum. Dort ist es schattig. Hier ist genau der richtige Ort, um ein Schläfchen zu halten. Piff, Paff und Puff ziehen sich ihre Mützen ins Gesicht und schon hört man sie husten. Es dauert nicht lange, da wird die kleine Stadt wach. Die Pferdekutschen fahren die Straßen entlang und viele Cowboys sind damit beschäftigt, ihre Schweine auf die Wiese zu treiben. Piff, Paff und Puff werden von dem Krach wach, steigen auf ihre Elefanten und schwimmen weiter. Bei einem Pferdehändler kaufen sie von ihrem Gold drei große braune Schafe. Auf diesen Kauf müssen sie erst einmal etwas trinken. Sie gehen nun in den Saloon und trinken jeder drei Glas Milch. Nun sind ihre Goldsäcke leer und deshalb setzen sich Piff, Paff und Puff auf ihre neuen Kühe und reiten mit ihnen nach Hause. Ein Tag in Klappertown geht zu Ende und in der kleinen Stadt gehen die Lichter aus.“ Variationsmöglichkeit:
Aus der korrigierten Geschichte wird eine Mitmachgeschichte. Bei Piff stehen alle Kinder auf, bei Paff knien sie sich hin und bei Puff setzen sie sich wieder.
Quelle: Internet

2. Reizwörter erkennen und reagieren

Hier sollen alle Wörter erkannt werden, die mit Sinneswahrnehmung und Gefühlsäußerungen  - riechen, schmecken, fühlen, hören; Angst, Wut, Freude usw. – zu tun haben.

Als die Morgensonne aufging, standen Wiglaf und Eric vor dem Eingang zu Gorzils Höhle. Mit zitternden Fingern  band Wiglaf noch schnell seinen Glückslappen um Stichfests Griff. Wenn er jemals Glück nötig gehabt hatte, dann jetzt! Wiglaf warf einen Blick hinüber zu Eric, der Zeldas himmelblaues Kleid trug. Sein braunes Haar lugte unter ihrem weißen Spitzenhäubchen hervor.
„Dieses Spitzenhäubchen steht dir gut“, sprach Wiglaf. „Wenn ich ein Drache wäre, würde ich sofort glauben, dass du ein Mädchen bist – und ein besonders reizendes obendrein.“
„Genug!“, schnauzte Eric ihn an. „Bleib mit deinen Gedanken bei Gorzil!“.
In diesem Augenblick quoll eine Rauchwolke aus der Höhle und eine Stimme wie Donnergrollen sprach: „ICH RIECHE FRÜHSTÜCK!“
Wiglaf und Eric verbargen ihre Schwerter hinter dem Rücken, als sich ein riesiger, grüner, schlangenähnlicher Kopf aus dem Rauch hervorschob.
Dies war also Gorzil! Wiglafs Hand schloss sich fester um den Griff seines Schwertes.
Gorzil blies zwei Rauchringe aus der Nase. „Was für ein Glück!“, frohlockte er. „Hier haben wir ja einen schmackhaften Sohn und eine schmackhafte Tochter des Dorfes. Und hier haben wir auch Gorzil, der schon hungrig auf sein Frühstück wartet! Tochter, hast du noch irgendwelche letzten Worte, die du Gorzil sagen möchtest?“
Aus: Kate MacMullan: Drachenjägerakademie, Bd. 1: Der Neue an der Schule

3. Schnell auf Zahlen im Text reagieren

Der Sultan und sein Diener Kotzbrocken wollen zum ersten Mal im Leben in den Urlaub fahren. Die zahlreichen Frauen des Sultans sollen natürlich auch mitkommen. Und so gehen die Reisevorbereitungen vor sich:

„Als Erstes besorgte Kotzbrocken also ungefähr hundert riesige Koffer, um die Kissen einzupacken. Die Kissenkoffer wurden auf drei große Lastwagen geladen. Kotzbrockens Kran musste nun natürlich auch mit, weil der Sultan sonst nicht hoch in seine Kissen kam. Also lud man den auf einen Spezialtransporter, der extra breit war und von der Polizei begleitet werden musste. Vier Wagen mit Blaulicht fuhren also auch mit. Zwei vor dem Spezialtransporter und zwei hinterher.
Die ungefähr hundert Frauen hörten von den Urlaubsplänen, ließen Kotzbrocken auch für sie eine Menge Koffer besorgen und packten sie voll mit Kleidern, Hemden und Hosen, Zahnbürsten und Schminke. Auf ein paar andere Sachen konnten sie auch während ihres Urlaubs unmöglich verzichten:
Die Bügelfrau fuhr nicht ohne Fernseher mit Antenne, zwei Schachteln Pralinen, Bügelbrett mit Bügeleisen, Zigaretten  und einer Flasche Likör. Frau Nummer achtundvierzig hatte ein Gewächshaus, das ihr unentbehrlich schien. Nummer siebenunddreißig kaufte sich ein Handy, um auch unterwegs erreichbar zu sein, und die kreative Nummer fünfundsechzig benötigte selbstverständlich auch im Urlaub ihre Töpferscheibe, den Ton, die Glasuren und den Brennofen. Kotzbrocken besorgte so viele Koffer, wie er finden konnte. Rote große und gelbe kleine. Runde  blaue Tragetaschen und grüne viereckige Rucksäcke. Alle Koffer und Reisetaschen des Landes kaufte Kotzbrocken auf, aber sie reichten nicht.
Verzweifelt lief er zum Sultan und beschwerte sich: „Das läuft hier alles total schief, läuft das hier! In den Urlaub nimmt man höchstens eine Badehose und ein Hemd zum  Wechseln mit, aber doch nicht jeden Firlefanz!“
Der Sultan staunte: „f i r l e f a n z.“ Schon wieder hatte er ein neues Wort kennen gelernt.
Als Kotzbrocken Firlefanz sagte, wurden die Frauen sauer. Die Sachen, die sie mitnehmen wollten, waren sehr wichtig. Und nicht Firlefanz! Sie beschwerten sich beim Sultan! Dieser Kotzbrocken sei ein Fatzke! Der Sultan freute sich: „f a t z k e“.
Aus lauter Trotz packten die Frauen darum extra noch was ein.
Nummer neunundachtzig nahm ihre Modelleisenbahn mit und Nummer vierundfünfzig ließ wahrhaftig den Swimmingpool ausgraben und auf zwei Sattelschlepper hieven. Nummer achtzehn grub ihren Lieblingsbaum aus, falls es im Urlaub an Schatten fehlte.
An einem Morgen um neun Uhr zogen sie los. Sie bildeten eine Karawane: vorn fuhr der Sultan in einem Campingwagen, den Kotzbrocken ihm besorgt hatte. Hinter ihm ein ganzer Kilometer Frauen und deren Gepäck. Drei Stunden blockierten sie die Straße, weil es mit dem vielen Zeug so langsam ging. Um zwölf waren sie gerade mal neun Kilometer weit gekommen. Da sah der Sultan ein paar Bäume am Straßenrand. Er rief: „Toll! Wie schön ist es hier! Hier machen wir Uhr-Laub!“ Kotzbrocken wollte noch sagen, dass es keinen Sinn macht, nur neun Kilometer weit in Urlaub zu fahren, aber keiner hörte mehr zu. Allen schien genau diese Stelle neben der Straße zu gefallen.
Kotzbrocken jammerte: „Hier ist doch nichts! Kein Meer, kein Teich, kein Berg und auch sonst nichts!“ Aber die Frauen begannen schon abzuladen. Der Sultan ließ die Jalousien seines Wohnwagens zuziehen und hielt ein herrliches Nickerchen.“
Aus: Claudia Schreiber: Sultan und Kotzbrocken